Was ist Jugendkart?

Schnelligkeit ist nicht alles

Wer wollte nicht schon einmal mit einem Kart über die Rennstrecke flitzen? Und hat nicht auch Michael Schumacher seine Rennfahrerkarriere in einem Kart begonnen? Was allerdings vom Frühjahr bis zum Herbst von einigen Motorsportclubs auf Parkplätzen oder sonstigen größeren asphaltierten Flächen für Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis achtzehn Jahren angeboten wird, hat nur wenig mit der Rennvariante des Kartsports zu tun.

Geschwindigkeit spielt beim Slalom-Kart zwar auch eine Rolle, aber genauso wichtig ist allerdings, dass die rot-weißen Hütchen, in der Fachsprache als Pylonen bezeichnet, mit denen der Slalom Kurs markiert ist, nicht umgefahren werden. So bringt eine umgefahrene Pylone eine Strafzeit von zwei Sekunden ein. Bei einer Laufzeit von etwa 30 bis 40 Sekunden ein gewaltiger Nachteil. Deshalb sind beim Slalom-Kart vor allem die Geschicklichkeit und das Reaktionsvermögen gefragt.

Im Gegensatz zu den Rennkarts sind so die 160 ccm Motoren auch nicht besonders auf Geschwindigkeit ausgelegt. Mit Ihnen können maximal 60 km/h erreicht werden. Als Antrieb dient ein Viertakt Rasenmähermotor, nur ist das Kart mit einer anderen Übersetzung ausgestattet als ein handelsüblicher Rasenmäher.

Ganz billig ist dieses Vergnügen natürlich nicht. Etwa 3000 Euro kostet so ein Slalom-Kart. Dazu kommen die Reifen mit etwa 200 Euro und wenn es regnet müssen spezielle Regenreifen her, die etwas teurer sind als die normalen Slicks. Selbstverständlich brauchen die jungen Rennfahrer Rennanzüge, Helm und Handschuhe. Müssten die Eltern das alles selbst bezahlen, wäre es nur ein Sport für wenige Privilegierte. So aber werden die Karts und die Rennanzüge vom Motorsportclub gestellt. Nur der Helm und die Handschuhe müssen selbst eingebracht werden.

Meisterschaften gibt es natürlich auch. Da wäre zum einen die Oberlandrunde, in der pro Jahr rund 12 Rennen gefahren werden. Zum anderen gibt es die Vorläufe zur Südbayerische Meisterschaft, in der 5 Rennen gefahren werden. Die Besten 120 Fahrerinnen und Fahrer der 5 Klassen aus den 5 Regionen kommen dann in den Endlauf der Südbayrischen Meisterschaft. Die Besten drei jeder Altersklasse dieser Läufe fahren dann im Bundesendlauf sogar um die Deutsche Meisterschaft!

Bei den Rennen wird in 5 verschiedenen Altersklassen gefahren. In der K1 das sind die 8 und 9 Jährigen, der K2 10 und 11 Jahre, der K3 12 und 13 Jahre, der K4 14 und 15 Jahre und am Schluss noch die K5 für die 16, 17 und 18 Jährigen. Der meist nicht einfache Kurs wird mit 2 vom Veranstalter gestellten Karts gefahren. Da die beiden Karts aber nicht unbedingt gleich schnell sind, wird in zwei Läufen gefahren. In jedem Lauf eben mit einem anderen Kart, damit die Chancengleichheit gegeben ist. Alle Fahrerinnen und Fahrer haben aber als erstes einen Trainingslauf.

Die Erfahrungen, welche die jungen Slalom-Kart Fahrer hier machen, sind auch recht nützlich für den späteren Umstieg auf das Auto, da sie ein wesentlich besseres Fahrgefühl haben. Und wer dann wirklich einmal richtig schnell mit dem Kart unterwegs sein will, der kann mit 18 Jahren auf das Rennkart umsteigen.